Samstag, 5. Januar 2008

Tag 16, Fahrt nach Tanah Rata, Cameron Highlands

Nicht allzu früh stehen wir auf, frühstücken und ziehen gegen zehn Uhr die Taschen zum nahegelegenen Busbahnhof Pudu Raya. Mutig betrete ich das Gebäude um Tickets zu kaufen. Schon vornedran fängt mich jemand mit Walkie-Talkie ab, ruft "Cameron, Cameron, Cameron!" in das Gerät, und teilt mir mit, dass der nächste verfügbare Bus erst um ein Uhr mittags fährt. In Erwartung einer Schalterhalle gehe ich in den ersten Stock. Oh Gott, das ist ein Marktplatz!



Ein Geschäft drängt sich an das andere - aber alle verkaufen dasselbe?! Ich entdecke die "Straße" mit den Ticketverkaufsschaltern. Von allen Seiten wird man angebrüllt "Singapore!", "Johor!" Eine Frau fragt mich, wohin ich wolle, und auch sie bestätigt mir, dass der nächste Bus erst um ein Uhr fährt. Sie regelt den Verkauf am Schalter, und total verwirrt verlasse ich mit den Fahrkarten in der Hand das Gebäude wieder, um Marco und die Taschen abzuholen.
Da uns nichts anderes übrigbleibt, vertreiben wir uns die Zeit in dieser lauten, bunten, nach Abgasen stinkenden und von Motorengeräuschen dröhnenden "Markthalle".



Trotz der seltsamen Atmosphäre ist es dennoch ein interessanter Ort





Kurz bevor unser Bus schließlich abfahren soll, betreten wir die Plattform





Es fahren unterschiedlich Busse dort ab, keine Ahnung, ob hier irgendein System vorliegt... Aber schließlich kann ich einen Angestellten finden, der mir zunächst "Warten!" signalisiert und uns schließlich zum richtigen Bus führt. Ach so, die Busnummer entspricht der Nummer auf dem Fahrzeugkennzeichen...!

DAS ist mal ein Bus, damit kann man längere Strecken aushalten!



Die ersten schätzungsweise 80km führt die Autobahn durch Baustellen. Je näher wir Tapah kommen, desto heftiger regnet es. Bei Tapah machen wir kurz Rast, und bevor es weitergeht, verteilt der Fahrer Plastiktüten - oh oh...
Und bald geht es los, der Bus kurvt sich die Serpentinen über Ringlet nach Tanah Rata auf 1500m nach oben... Ich muss mich ans Fenster setzen, bevor ich noch Gebrauch von den Plastiktüten machen muss...
Aber der Ausblick ist wunderschön, der Regenwald zeigt sich in all seiner Vielfalt. Wachsen weiter unten noch in großer Zahl Öl-, Kokospalmen und Bananenbäume, weichen diese weiter oben Stechpalmen, Riesenfarnen und üppigem Bambus. Sogar wilde Orchideen stehen am Straßenrand! So manche Kurve ist gefährlich von Erdrutschen betroffen, viele sind festbetoniert oder -gemauert worden. Von oben sieht man immerwieder kleinere Wasserfälle kommen, die sich unter der Straße hindurch auf der anderen Straßenseite weiter Richtung Tal stürzen. Nach knapp zwei Stunden sind wir endlich, endlich oben! Als wir aussteigen, trifft mich fast der Schlag: Es ist kalt!! Ich hab es zwar kühler erwartet - aber 22-25°, nicht 16-18°!
Ich versuche per Telefon Bala's Holiday Chalets über unsere Ankunft zu informieren, dass sie uns, wie versprochen abholen, denn das Hotel liegt etwa zwei Kilometer außerhalb von Tanah Rata. Ein bekifft wirkender Inder fragt, wo wir hinwollen. Ich will ihn erst abwimmeln, wir hätten bereits eine Unterkunft, denn die Neuankömmlinge werden auch hier von vielen Hotels abgefangen um sie bei sich unterzubringen. Doch der Inder erklärt, er arbeite bei Bala's Holiday Chalets und würde uns den Shuttle besorgen. Und tatsächlich, ein paar Minuten später - nachdem er Marco zugetextet hat, von dem man nur die Hälfte verstehen konnte - steht der Minibus vor uns und bringt uns zu unserer letzten Schlafstätte in Malaysia.
Und wir hatten so ein Glück, wir haben uns das schönste Hotel in Tanah Rata, dem ansonsten wirklich hässlichen Ort, ausgesucht!!





Für den Abend lassen wir uns mit dem Shuttle in den Ort runterfahren uns später wieder abholen.

Die "Geschäftsstraße"



...und echter Monsunregen...



Im Supermarkt decke ich mich jedenfalls noch mit jeder Menge Cameron Highlands Tea für zu Hause ein!

Tag 15, zurück nach Westmalaysia

Ich mag mich nicht trennen von Semporna, es war wirklich eine tolle Zeit... Aber um drei Uhr nachmittags bringt uns schließlich der Shuttle zum Flughafen nach Tawau.
Wieder viel zu viel Zeit, drücken wir uns im Café herum, bis der Check-in Schalter endlich öffnet.
Wiedermal etwas Positives in Sachen Völkerverständigung begegnet uns am Ausreiseschalter. Der Beamte sieht Marcos Pass und fragt, wie man auf deutsch "Thank you" sagt, Marco sagt es ihm. Als er ihm schließlich den Pass zurückgibt, sagt der Beamte strahlend "Danke!" und ich zu ihm "Terima kasih!" - woraufhin wir uns beide wahnsinnig über das gegenseitige Interesse an der Sprache freuen :)

Zurück in Kuala Lumpur finden wir in der Ankunftshalle sofort einige Schalter, die Transportmöglichkeiten in die Stadt anbieten, unter anderem Busse für entweder acht oder neun Ringgit. Wir nehmen den für acht ;) (umgerechnet ca. 1,80€)
Im Bus sind nur noch einzelne Plätze frei, und so sitze ich neben einem Einheimischen, mit dem ich recht schnell ins Gespräch komme. Er erzählt, dass er gerade von einer Geschäftsreise aus Bankok zurückkommt, schon öfter mal in Deutschland in der Nähe von Bremen war usw. Als er fragt, ob Marco mein Ehemann sei und ich antworte, nein, mein Freund, ist das Gespräch beendet! Schade.
Am Hauptbahnhof von KL suchen wir den Schalter für die Gepäckaufbewahrung. Auf Englisch spricht uns jemand an (offensichtlich kein Einheimischer), ob er uns helfen könne - er lebe hier in KL. Wie nett :) Aber gemeinsam finden wir heraus, dass die Gepäckaufbewahrung schon geschlossen hat, und so müssen wir die riesen Taschen mit ins Hotel und eben auch in die Cameron Highlands schleppen...

Donnerstag, 3. Januar 2008

Tag 13, Sipadan

Heute endlich geht es zum Tauch- und Schnorchelparadies Sipadan. Leider gibt es hiervon keine Fotos, Ice war etwas angeschlagen von einer Erkältung. Aber Marco hat beim Tauchen unter anderem Haie, Schildkröten und sogar einen Hammerhai gesehen. Und sogar mir sind beim Schnorcheln im vielleicht zwei Meter tiefen Wasser zwei Schildkröten begegnet.

Allerdings haben wir beschlossen, weil mir das Tauchen wirklich keinen Spaß macht, früher von Borneo zurück nach Westmalaysia zu fliegen, um mehr Zeit in den Cameron Highlands zu haben, was ansonsten nämlich recht knapp geplant gewesen war. So haben wir den Flug umgebucht, eine weitere Nacht in Kuala Lumpur und unser letztes Hotel in Tanah Rata reserviert.

An dieser Stelle möchte ich mich noch ein wenig über das geniale Essen Malaysias auslassen.
Durch den Vielvölkerstaat ist auch die Vielfältigkeit des Essens überwältigend, und man muss schon einige Zeit im Land verbringen, um behaupten zu können, man habe alles probiert. Davon abgesehen esse ich persönlich sehr gerne asiatisch und indisch - also bin ich hier in ein Paradies geraten! Schockiert waren wir, als wir zum allererstenmal dashier gesehen haben:



Auch hier wird mit Maggi gekocht!!! Ich habe es früher für einen Frevel gehalten, dem asiatischen Essen hier zu hause in der fixen Küche mit Geschmacksverstärkern zuzusetzen! Und dann sowas... In Supermärkten und in den Auslagen mancher Restaurants.
Naja, aber größtenteils werden hier wohl trotzdem noch original Rezepte und Gewürze verwendet ;) Ich wollte nur einfach meinen Augen nicht trauen...!
Weiterhin sollte man gar nicht erst versuchen, sich "westliches Essen" zubereiten zu lassen. English Chips sehen dann z.B. so aus:



Auch darf man nicht erwarten, dass ein Steak genau auf den Punkt gebraten wird. Auch wenn Rindfleisch aus Neuseeland verlockend klingt - lieber nicht...

Mittwoch, 2. Januar 2008

Tag 12, Neujahr

Ich habe das Tauchen aufgegeben, und so schicke ich Marco mit den anderen alleine los. Heute steht Kapalai und Mabul auf dem Programm. Dort gibt es unter anderem eine ehemalige Ölbohrplattform, die zur Tauchbasis umfunktioniert wurde. Auch hier gibt es einige seltsame Unterwassergestalten...

witzige Schnecken



Fische, wie aus einem Aquarium



Skorpionfische



Muränen



"Pfannkuchenfische"



...und so weiter.

Dienstag, 1. Januar 2008

Tag 11, Silvester

Wieder geht es um halb neun nach Sibuan. Ice hat die Hoffnung in mich nicht aufgegeben und bemüht sich wirklich rührend, mir das Tauchen doch noch näher zu bringen. Und so schafft er es, mich zwischen sich und Marco bis auf letztlich 17m Tiefe zu bringen! (die Unterwasseraufnahmen stammen ausschließlich von ihm, er hat sie uns netterweise vom Laptop auf Marcos USB Stick kopiert!)







Stachelrochen





...und natürlich ganz viele "Nemos"!



Auch ziemlich viele Schildkröten gibt es




Am Abend gehen wir mit derselben Gruppe wie gestern zum Abendessen, diesmal zum Inder. Es gibt Hühnchen in verschiedenen Gewürzen - aber vor allem Brot in allen möglichen Formen, das man in Curry- oder andere Soßen tunkt - ich liebe es!! Dazu lernen wir unser künftiges Lieblingsgetränk für diesen Urlaub kennen: Ingwertee mit aufgeschäumter Milch - oder "Teh Tarik"

Ich habe mir übrigens etwas davon mit nach Hause genommen, in einem Supermarkt habe ich Instanttee gefunden! Aber wen überrascht's, natürlich schmeckt es NICHT wie im Urlaub... Es ist viel zu süß und pappig, und unserer Milch ist eben auch eine ganz andere :(

Im Turtle Tomb Café gibt's dann wieder dasselbe Programm wie am Heiligen Abend. Eddie zaubert:



- Ice beweist, dass er das auch kann -



...nur gewinne ich diesesmal den dritten Preis beim "Lucky Numbers" ziehen - die ausgeloste Stuhlnummer gewinnt diese Riesenfresspakete:



Um 23 Uhr stoßen wir auf das japanische Neujahr an. Und witzigerweise verschwinden alle um viertel vor zwölf, die Singapurer, Ice und der Doc. Also gehen wir auch ins Bett... Schließlich haben wir uns schon ein frohes Neues Jahr gewünscht ;)
Um zwölf Uhr hört man dann auf der Straße die Motoren der Autos aufheulen. Knaller scheinen hier - Gott sei Dank!! - nicht üblich zu sein. Als ich aus dem Fenster schaue, sehe ich allerdings, dass wohl die Fischerboote draußen auf See Leuchtraketen abschießen. Na, immerhin. Das Neue Jahr wird begrüßt, aber (fast) ohne unnötigen Lärm.

Montag, 31. Dezember 2007

Tag 10, jetzt wird untergetaucht...

Um acht Uhr geht es los, wir finden uns vorm Sipadan Scuba Dive Center ein.



Jerry stellt uns Ice, unseren Singapurer Dive Instructor, vor, der mit mir den Open Water Diver fertig machen soll. (rechts im Bild)



Außerdem steht plötzlich vor uns: Tyson! Auch er hatte nach der Dschungeltour beschlossen, nach Semporna zum Tauchen zu kommen und war ebenfalls bei Sipadan Scuba gelandet! Borneo ist eben nur eine kleine Insel ;) Er ist Divemaster und würde uns, wie Dave uns "gewarnt" hatte, auf den Tauchgängen als Guide begleiten.
Das Tauchboot bringt uns, vorbei an den weitläufigen Stelzenhütten rund um Semporna, an weiteren kleinen Inseln und durch zum Teil flaches, glasklares Wasser nach Sibuan.





Doch das Tauchen ist mir immernoch nicht geheuer, und so schicke ich Marco mit den anderen zum Tauchgang, während ich mich mit Schnorcheln begnüge.
Der zwanziger Sonnenschutzfaktor ist nicht stark genug, und so verbrenne ich mir beim Strandspaziergang nicht nur die Arme, sondern schließlich auch die Oberschenkel.
Auch das Militär, das im Reise Know-How so sarkastisch als "Sicherheitsgefühl am Strand" beschrieben wird, finde ich nicht schlimm. Wer kann schon junge Männer, die in Achselshirts, Camouflagehosen und Flip-Flops den Strand auf und ablaufen und freundlich grüßen, fürchten? Nein, unangenehm sind die kleinen, dünnen Mädchen der paar Einheimischen aus den romantischen Stelzenhütten der Insel, die in zerschlissenen Kleidern vor mir stehen und mir per Handzeichen zu verstehen geben, dass sie etwas zu essen von mir haben möchten.
Ice hatte uns vorher gesagt, wir sollten den Leuten dort nichts geben, dass sie nicht von Touristen "verwöhnt" würden und das Fischen, mit dem sie sich den Lebensunterhalt verdienen, aufgäben. Also gebe ich ihnen auch nichts und fühle mich furchtbar.
Weiter oben am Strand will ich mich in den Schatten setzen. Als ich mich dem Baum nähere, raschelt es, und ein beeindruckender Leguan zieht sich zurück ins Dickicht!
Owohl das Tier riesig ist, finde ich seine Behäbigkeit und seine offensichtlich nicht vorhandene Bereitschaft, mich verjagen zu wollen, äußerst sympathisch, und ich setze mich unter den Baum.

Die Taucher kommen zurück, und es ist Mittagspause angesagt. Als sie nach einer dreiviertelstunde wieder rausfahren wollen, fehlt ein Divemaster - wo ist Tyson schon wieder?! Ice läuft schließlich einmal um die Insel und findet ihn unter einer Palme schlafend...
Am Abend gehen wir mit Ice, dem "Doc" Ang und den beiden anderen Singapurern Daphne und ihrem Freund (ich hab einfach meine Probleme mit den asiatischen Namen...) zum Essen ins "Open Air Restaurant" direkt am Meer, wo tagsüber die Stände, Tische und Stühle beiseite geräumt sind und u.a. die Taucher ihr Equipment umhertragen. Endlich sind wir mit Locals unterwegs, denn erstens hätten wir ohne sie diese Essensstände glatt übersehen, und zweitens hätten wir nicht gewusst, wie und beim wem man was bestellt... (In Malaysia ist es z.B. kein Problem, etwas bei einem Restaurant zu bestellen und das im Bereich eines anderen zu verzehren - bei uns undenkbar! Daher ist es oft verwirrend und für uns geradeausdenkenden Deutschen oft gar nicht zu erkennen, wie das ganze Essen hier eigentlich zusammengehört ;) )
Und so essen wir zu sechst riesige Portionen von gebratenem Reis und Nudeln, Chickenwings und - eindeutig mit Abstand das Außergewöhnlichste der ganzen Reise: gegrillte Hühnerbürzel - für umgerechnet nicht ganz zehn Euro. (Die Runde Bier, mit der wir uns später für die Einladung revanchieren, kostet fast genauso viel...)

Samstag, 29. Dezember 2007

Tag 8, zurück nach Semporna

Nach einer letzten Bootsfahrt geht es nach dem Frühstück wieder zurück Richtung Semporna. Dave und Matthew, die nicht mehr als drei Tage vorausplanen, haben beschlossen, mit uns nach Semporna zu kommen, um von dort aus nach Sipadan zum Schnorcheln zu fahren. Samuel fährt uns wieder zur Straße, und von unterwegs aus informiert er per Handy den Busfahrer von Sandakan nach Semporna über uns vier weitere Passagiere, die an der Straßenkreuzung einsteigen werden - und eine viertel Stunde später ist der Bus auch schon da.
Der Bus ist das Gegenteil von dem der Gegenrichtung... Nicht, dass uns das Karaoke Video fehlen würde, aber die Sitze sind ramponiert und die Klimaanlage funktioniert nur halbherzig. Vielmehr kondensiert die Feuchtigkeit aus dem heißen, stickigen Bus an den relativ kühleren Gebläsen und tropft uns auf die Köpfe.
Ich bin ziemlich k.o. und froh wie nie, endlich am Ziel angekommen zu sein. Die warme Dusche an diesem Tag ist eine der schönsten, die ich je hatte...!
Dave und Matthew werden zwar erst von den Scuba Junkies "abgefangen", aber da diese doch keine freien Betten für die beiden haben, landen sie schließlich im selben Tauchcenter und Hotel wie wir für die nächsten Tage.